Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Zeitz - Seite 1
Anlässlich des 140jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Zeitz fand im Festsaal der Moritzburg der Stadt Zeitz eine Festsitzung statt. Die Festansprache widerspiegelt die Geschichte des Brandschutzes, seiner Feuerwehr und seines Feuerwehrvereins in der Stadt Zeitz wieder.
Es ist unglaublich, seit 140 Jahren, offiziell seit dem 07.02.1864 gibt es Angehörige der Stadt Zeitz, die sich für die Allgemeinheit, in ihrer Freizeit, für die Bürger ihrer Stadt zur Verfügung stellten. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zeitz. Bereits am 06.11.1864 wurde in Zeitz ein Feuerwehrverein gegründet, über 140 Jahre - leider mit Unterbrechungen. In zwei vorhandenen Dokumenten ( Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr Zeitz - zum 30jährigen Bestehen1894 und 26. Verbandstag des Thüringer Feuerwehrverbandes vom 25. bis 27.08.1894 ) und in der Zeitzer Zeitung vom 05. November 1864 werden Aussagen über beide Gründungstage getroffen.
Der Gründungstag Feuerwehr Zeitz gab schon immer Anlass einen historischen Rückblick zu halten. Wer aber glaubt, dass das Löschwesen der Stadt Zeitz erst seit 1864 besteht, hat weit gefehlt. Die erste Ordnung zur Sicherung des Löschwesens gibt es in Zeitz seit dem Jahre 1443. Eine feuerpolizeiliche Ordnung aus Leipzig, die in Zeitz ihre Anwendung fand. 1510 wurden die Verhaltensregeln und Bestimmungen, die zuvor bestanden hatten, zusammengefasst und neu festgelegt. Die Verpflichtung für jeden Hausbesitzer zum Halten von Feuerlöschgeräten wurde 1562 in einer Urkunde des Bischofs Pflug, im Artikel 30, gemacht. Auch werden in dieser Urkunde erstmals Spritzen erwähnt, die der besitzende Bürger zu halten verpflichtet war. Die Feuerordnung aus dem Jahre 1569 ist uns erhalten geblieben. Aus dieser Ordnung geht auch die Aufteilung der Stadt in vier Viertel und die dazu erforderliche Benennung der Feuermeister, hervor. Die vier Feuermeister und alle männlichen Einwohner bildeten für unsere Stadt die Löschmannschaften. Für die damalige Zeit und Verhältnisse eine bereits gute Organisation des Löschwesens.
In Zeitz gab es wie auch in einigen anderen Städten eine Besonderheit: ( Chronik von Zeitz und den Dörfern n. Urkunden und Akten 968 – 1895. Das Feuerlöschwesen der Stadt Zeitz im 16. und 17. Jahrhundert.)
„ Aus dieser Urkunde ergibt sich, dass damals alle zum Löschen tüchtigen Einwohner männlichen Geschlechts zur Hilfeleistung bei dem Ausbruch eines Feuers verpflichtet waren und mit den von ihnen zu haltenden Feuergerätschaften herbeispringen mussten. Weiber und Mägde hatten sich von der Feuerstatt fern zu halten und mussten in ihren Wohnungen bleiben, um besonders auf Flugfeuer zu achten „ .
Bei Annäherung des Feuers mussten sie Mehl - und Hopfensäcke nass machen und an den Giebeln und Dächern der Häuser auslegen. Die freien Frauen mit ihrem Gesinde mussten an der Brandstelle erscheinen und Hilfe leiste.
Den ersten urkundlichen Beleg, dass die Stadt Zeitz Feuerspritzen besessen hat, geht aus einer Kämmereirechnung aus dem Jahre 1640 und 1641 hervor, wo für die Spritzen hölzerne Abdeckungen angeschafft wurden. Die Feuerordnung von 1569 hatte ihre Gültigkeit bis 1672. Sie wurde durch feuerpolizeiliche Bestimmungen ergänzt.